Was ist Kenpo?

Sicher kennen Sie den einen oder anderen Kung Fu- oder Karate Film, Namen wie Bruce Lee, Jean-Claude Van Damme, Steven Segal oder Chuck Norris sagen auch Ihnen etwas. Sie müssen nicht unbedingt ein Fan asiatischer Kampfkünste sein, um zu wissen, das es so etwas wie Karate, Judo, Jiu Jitsu oder Kickboxen gibt. Und da Sie zwangsläufig das eine oder andere mal mitbekommen haben, worum es dabei ungefähr geht, werden Sie sicherlich denken, dass das doch irgendwie alles mehr oder weniger das gleiche ist. Und damit haben Sie gar nicht mal unrecht.

Das Kickboxen als moderne Sportart mal ausgenommen, gehen doch alle diese Kampfkünste auf mehr oder weniger alte asiatische Überlieferungen zurueck. Mal waren es die chinesischen Mönche, dann wieder die Bauern Okinawas, welche Methoden der Selbstverteidigung oder des Kämpfens entwickelten. Und weil diese Methoden Tradition haben, wurden sie auch nicht verändert und wenn ein Schüler seinen Lehrer fragte, warum er unbedingt exakt diese eine Bewegung ausführen muss, dann war und ist häufig immer noch die Antwort: "Weil das schon immer so war".

Einem logisch denkenden Menschen muss das wenig sinnvoll erscheinen und so erging es auch Edmund K. Parker, einem in den Slums von Honolulu aufgewachsenen Hawaiianer, der schon in frühester Jugend in zahlreiche Strassenkämpfe verwickelt wurde. Die asiatischen Kampfkünste interessierten ihn schon immer und er war ein eifriger Schueler der chinesichen und japanischen Meister seiner Zeit. Es schien jedoch ausser ihm niemand die Notwendigkeit zu erkennen, eine absolut zeitgemässe Kampfkunst zu entwickeln, die es mit einem Strassenschläger genau so aufnehmen konnte, wie mit einem Boxer oder Ringer. Und er hatte damals definitiv die richtige Weitsicht, betrachten wir doch einmal die heutigen Kriminalstatistiken. Jeder dritte 16-jährige hat doch heute schon Erfahrung in der einen oder anderen Kampfsportart. Falls Sie jemals in Ihrem Leben überfallen oder angegriffen werden sollten, dann sicher nicht von einem pummeligen, 1,60 m. grossen japanischen Bauern, eher von einem 1,85 m. grossen Hobby Kickboxer.

Niemandem war das bereits in den 50er Jahren so klar wie Ed Parker. Und so revolutionierte er die bestehenden Kampfkünste, durch die Entwicklung des auf Logik und wissenschaftlicher Erkenntnis aufgebauten American Kenpo Karate. Ed Parker`s American Kenpo Karate war plötzlich DIE Wissenschaft unter den Kampfkünsten, eine absolute Sensation im Amerika der 50er Jahre. Ed Parker erwarb schnell einen legendären Ruf, wurde Mentor späterer Superstars der Kampfkunst Szene wie z.B. Chuck Norris. Bruce Lee lebte mehr als zwei Jahre in seinem Haus in Pasadena, Los Angeles, und liess sich von ihm zu seinen späteren Leistungen inspirieren . Das American Kenpo Karate wurde schnell in aller Welt legendär und in der Welt der Kampfkünste spricht man noch heute mit Respekt von den "Kenpoisten".

Sollten Sie jemals Gelegenheit haben, einer Unterrichtsstunde im Kenpo Karate beizuwohnen, werden Sie eine völlig andere Art der Bewegungslehre und Methodik erleben, Sie werden mehr als jemals zuvor von der Mischung aus Effektivität und Ästhetik, Logik und Härte einer Kampfkunst beeindruckt sein.

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